Welche Rolle kommt der Musik in unterschiedlichen religiösen Traditionen zu? Worin unterscheiden sich diese Traditionen und was verbindet sie? Hat das Einstimmen in sakrale Gesänge das Potential gemeinsame Resonanzräume zu eröffnen und Interreligiosität erfahrbar zu machen?
Diesen und anderen Fragen widmete sich vom 3. bis 5. Oktober 2025 die Tagung „Musik als (inter)religiöse Erfahrung – Resonanzen des Heiligen“, die von der Evangelischen Akademie Tutzing gemeinschaftlich mit der Professur für Praktische Theologie und der Forschungsstelle für religiöse Vielfalt an der FAU sowie dem Musikfestival „musica sacra international“ durchgeführt wurde.
Den Auftakt bildete ein Vortragsabend mit dem Komponisten und Musikwissenschaftler Prof. Dr. Enjott Schneider, in den Prof. Dr. Peter Bubmann (FAU) thematisch einleitete, der seit 2024 die wissenschaftlich-theologische Leitung von „musica sacra international“ innehat.
Neben Vorträgen, die sich mit der vielfältigen Rolle von Musik und Klang in unterschiedlichen Strömungen des Judentums (Prof. Dr. Jascha Nemtsov), der Liturgie des Christentums (Prof. Dr. Peter Bubmann), den vielfältigen Kulturen des Islam (Dr. Antonia Öksüzoğlu und Dr. Osman Öksüzoğlu) und des Hinduismus (Prof. Dr. Annette Wilke und Prof. Dr. Andreas Nehring) beschäftigten, wurde es auch praktisch:
In Workshops hatten die rund 60 Teilnehmenden Gelegenheit, sich in türkischer Sufi-Musik, Konnakol, Yoga, wie auch in interreligiösem und Mantra-Singen auszuprobieren.
Zentrales Projekt von „musica sacra international“ ist die Durchführung von internationalen Musikfestivals der Religionen in Marktoberdorf und der Region Allgäu. Das nächste Festival findet vom 22. bis 26. Mai 2026 statt.
Die Tagung war Teil des Seminars „Resonanzen des Heiligen. Musik als Medium religiöser Erfahrung. Religionswissenschaftliche und praktisch-theologische Perspektiven“, das im Wintersemester 2025/26 vom Fachbereich Theologie der FAU angeboten wird.

